logo
Kopfbild

Beginen, Terziarinnen, Kapuzinerinnen   

Dreihundert Meter oberhalb der Altstadt von Zug, ausserhalb der 1528 fertiggestellten Stadtmauer, steht die 1902 eingeweihte Pfarrkirche St. Michael. Schon im 14. Jahrhundert lebte eine religiöse Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern um die Pfarrkirche herum und gaben sich 1382 eine Satzung. Wie die Beginen von St. Michael dazu kamen, sich dem franziskanischen Dritten Orden anzuschliessen, ist aus den Quellen leider nicht zu erfahren. Allgemein waren die Laiengemeinschaften der Beginen ab 1400 innerkirchlich unter Druck gekommen, da die Kirche eine stärke Einbindung forderte. Fortan standen die Zuger Schwestern unter der Leitung des Luzerner Klosters der Franziskaner-Konventualen. Am Konzil in Trient (1545–1563) wurden besonders für die Frauenklöster strengere Klausuren vorgeschrieben. Zusätzlich kamen auch die Kapuziner in die Schweiz und liessen sich 1595 in Zug nieder. Erst um 1611 liessen sich die Schwestern in Zug von den Kapuzinern reformieren; die in der Reform geforderte strenge Klausur liess sich hingegen aus vielerlei Gründen, auch aus finanziellen, bis 1744 nicht umsetzen.

Baugeschichte

Gemäss den Überlieferungen im Klosterarchiv war die Gemeinschaft der Schwestern um 1570 auf acht Mitglieder angewachsen, die in einem «schlechten armen Hüsslin» am Standort des nachmaligen Klosters lebte. Der Platzmangel bewog die Schwestern, sich nach einem grösseren Haus umzusehen, das sie schliesslich bei einem «Bauern am Berg» fanden. Dazu kam eine erste eigene Kapelle, die im Herbst 1602 vom päpstlichen Legaten Nuntius Giovanni della Torre auf die heilige Klara geweiht wurde.

Das erste Konventgebäude konnte im November 1608 nach mühsamem Bau bezogen werden. Nach 1626 wuchs die Gemeinschaft auf rund 30 Schwestern an. Das Konventgebäude wurde in der Folge mit dem «vorderen Bau» und der Klosterkirche vergrössert. Die Fertigstellung des wiederum von Jost Knopfli geführten Erweiterungsbaues verzögerte sich durch die Dürre 1626 und die Pest 1629; an dieser starben rund zwei Drittel der Schwestern. 

Die Klosterkirche

Aussagen zur Frage, inwieweit Teile der St.-Klara-Kapelle 1626 in den Neubau der Klosterkirche einbezogen wurden, sind aufgrund der spärlichen schriftlichen Überlieferungen spekulativ. Johann Konrad Fäsi berichtet allerdings 1811, dass die alte Kapelle in eine Klosterkirche umgewandelt worden sei. Wahrscheinlich ist, dass die St.– Klara-Kapelle noch nicht wie die heutige Kirche aus zwei Raumteilen bestand.